10 Free2Play-Spiele, von denen ihr euch besser fernhaltet

Um diese Free2Play-Spiele macht ihr besser einen ganz großen Bogen. Gratis ist eben nicht immer gut und es gibt weitaus bessere Games da draußen.

Willkommen in Steams Free2Play-Hölle

Willkommen in der Free2Play-Hölle. Jeder Store für Videospiele hat diesen Ort zwischen Kuriositäten-Kabinett und Hinterhof-Klinik, bei der ihr euere Niere verkaufen könnt. Die Hürde, als Entwickler ein Spiel im Steam-Store anbieten zu dürfen, ist nicht besonders hoch. Wie diese 10 Beispiele zeigen, braucht es nicht mal funktionierendes Gameplay, damit ihr es im Store findet. Ein Name und irgendwas zum Runterladen sind völlig ausreichend.

In Steams Free2Play-Kategorie findet ihr Sexismus, Abzocke und billige Kopien. Am Ende stehen immer zwei Fragen: Wer entwickelt so was und viel wichtiger, wer bitte spielt so was?

Wir steigen mal ruhig ein. In Click Space Miner 2 klickt ihr auf Planeten im Weltraum, um dort Ressourcen abzubauen. Damit baut ihr Upgrades, damit ihr noch schneller klicken könnt. Fertig. Das Spiel tut eigentlich keinem weh, wären da nicht die frechen Mikrotransaktionen. Ihr könnt eine Währung kaufen, mit der ihr dann Upgrades bezahlt, was die einzige Spielmechanik überflüssig macht. Oder ihr greift für 2,39 Euro zu Deluxe Edition, das ist nämlich der einzige Weg, die Werbung innerhalb des Spiels loszuwerden.

Wer hätte damit rechnen können, dass die Kombination aus komplizierter Mathematik und First-Person-Shooter nach hinten losgeht? Um in Project Skylab weiter zu kommen, ballert ihr euch durch Horden von Robotern und löst Mathe-Aufgaben. Selbst wenn euch komplexe Algebra liegt, das Spiel ist so verbuggt, dass es kaum spielbar ist. Es gibt allerdings zwei Fortsetzungen, die sich immerhin spielen lassen.

Als Astronaut auf einem Planeten gestrandet, versucht eure Kameraden zu finden. Durch die geringe Schwerkraft schleppt ihr euch zu Signalen auf eurem HUD, um dann festzustellen, dass dort absolut nicht ist. Nachdem ihr also Minuten im Schneckentempo geradeaus gelaufen seid, ist dort einfach nichts. Das größte Highlight sind Meteoriteneinschläge, dank derer ihr dann von vorne anfangen könnt, wenn sie euch erwischen. In der Free2Play-Version stehet euch nur der Mond zu Auswahl, für 3 Euro dürft ihr aber auch auf dem Mars nichts tun.

Dieses Spiel orientiert sich an Crossout, nur eben zu wenig. Es ist ein Multiplayer-Spiel, bei dem ihr mit selbst gebauten bewaffneten Autos gegen andere Spieler antretet. Leider gibt es keine anderen Spieler und ihr könnt maximal im Testlevel umher fahren. Beim Bauen der Autos wird es zumindest kurzzeitig spaßig. Der Editor und die Physik des Spiels haben nämlich nichts mit einander zu tun. Ihr baut also ein 10 m langes Chassis mit 80 Reifen dran, setzt ein Fahrerhäuschen und ein MG drauf und seht zu, wie eure Abnormität durch die Garage glitcht. Das ist lustig – für zehn Minuten.

Wenn ihr dieses Spiel zum Laufen kriegen solltet, ist spätestens im Ingame-Shop Schluss. Fast alles in Cannons Lasers Rockets kostet Geld. Spieler, die tatsächlich Gameplay zu Gesicht bekamen, berichten von Lags, Bugs, mieser Grafik und einer der schlimmsten Spielerfahrungen ihres Lebens. Es ist fraglich, warum dieses Spiel überhaupt noch auf Steam angeboten wird.

Aerial Guardian hielt zeitweise den Rekord für den am schlechtesten bewerten Shooter auf Steam. Eine beachtliche Leistung für ein Spiel, das knapp hundert Leute überhaupt gespielt haben. Abseits von schlechter Grafik, kaum funktionierender Steuerung und unzähligen Bugs gibt es immerhin keinen aggressiven Ingame-Shop. Das ist ein Pluspunkt, irgendwie.

Es gibt eine Menge Counter-Strike-Klone da draußen und die meisten sind schlecht. Aber trotzdem besser als Warmode. Neben heftigem Input-Delay stürzen die FPS auch gerne mal ins Bodenlose, wenn es zum Feuergefecht kommt. Dazu kommt, dass ihr neue Waffen im Shop kaufen dürft, die können zwar auch erspielt werden, wozu ihr aber nicht kommt. Hacker bestimmen das Spiel. Es braucht kein Counter-Strike des kleinen Mannes, da CS:GO schon Free2Play ist.

Der Port eines asiatischen Auto-Play-MMOs öffnet sich über einen eigenen Browser. Für wen das noch kein rotes Tuch ist, das Spiel ist voll von Bugs. Die bekommt ihr aber nur zu sehen, wenn das Spiel nicht gerade abstürzt. Die meisten Abstürze passieren angeblich, wenn das Spiel das Fenster mit Ingame-Shop öffnet, wo ihr Währungen, VIP-Zugänge und sonstigen Kram kaufen könnt. Es scheint fast, das Spiel schämt sich selbst ein bisschen.

Dieses Spiel wird euch vorgeschlagen, wenn ihr gerne Left 4 Dead spielt und nichts könnte ferner von der Wahrheit liegen. Infestation: Survivor Stories war zunächst ein kostenpflichtiges Spiel und laut vielen Reviews der Grund, warum Steam eine Umtausch-Funktion eingeführt hat. Tatsächlich ist es in dieser Liste das Spiel mit den meisten Reviews, in denen Nutzer aktiv vom Spielen abraten. Mikrotransaktionen, schlechtes Gameplay, Bugs und Entwickler, die sich nicht für die Spieler interessieren, sind die Gründe, dieses Spiel zu meiden.

League of Maidens steht stellvertretend für etwas, das die Bezeichnung Genre nicht ganz verdient. In diesem Action-RPG erfüllen Frauen mit Proportionen, bei denen jeder Orthopäde einen Herzinfarkt kriegt, irgendwelche Aufgaben. Es wird geballert und mit Superkräften um sich geworfen. Der Charaktereditor bietet alles, was misogyne Herz begehrt, natürlich nur gegen die Investition von echtem Geld. Das Spiel ist vor aggressiver Monetarisierung so wenig scheu wie vor plumper Nacktheit. Hier gibt es all die schlechten Dinge in einem Spiel: Lootboxen, Premium-Abo, Battle Pass und ein Ausdauer-System, welches den Fortschritt drosselt. Natürlich gekrönt von Sexismus, der schlimmsten Sorte.

Diese Liste könnte noch ewig weitergehen. Allein auf Steam gibt es jede Menge Free2Play-Spiel, die weder gratis noch richtig spielbar sind. Tatsächlich ist bei einigen selbst der Begriff Videospiel diskutabel. Falls euch der Katastrophentourismus doch mal in einer dieser Spiele treibt, seid gewarnt. Die meisten dieser Spiele wollen euch nämlich primär an die Brieftasche.

Vielleicht nehmt ihr lieber doch ein paar Euro in der Hand und holt einige Spiele aus dieser Liste nach: Top 10: Die besten Spiele, die 2020 erschienen sind.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.giga.de