Arrivederci Alitalia – Benvenuta Alitalia!

Am Donnerstagabend führte Alitalia auf der Strecke Cagliari-Rom Fiumicino den offiziell letzten Flug in der Firmengeschichte durch. Oder auch nicht, denn die Markenrechte und die Homepage wurden für 90 Millionen Euro an Ita verkauft.

Zahlreiche Versuche Alitalia in die schwarzen Zahlen zu bringen waren nicht von Erfolg gekrönt. Beispielsweise setzte man mehrfach den Carrier komplett neu auf und entsorgte die “old company” in einem Konkursverfahren. Doch die jeweilige “new company” schloss nahtlos an das Verlusteschreiben an und türmte erneut einen Schuldenberg auf. Der erste Ita-Flug wurde unter der Marke Alitalia auf der Strecke Mailand Linate-Bari durchgeführt.

Auch die Zusammenarbeit mit Etihad Airways brachte Alitalia keine Verbesserung und endete im Jahr 2017 in der Insolvenz. Mehrere Finanzspritzen des Staates führten dazu, dass die italienische Fluggesellschaft in der Luft bleiben konnte. Die Rückführung der Mittel gilt angesichts des Konkursverfahrens an unwahrscheinlich.

Italia Trasporto Aereo (Ita) übernimmt ab heute die Rolle von Alitalia, jedoch darf man sich aufgrund von Auflagen der EU-Kommission nicht als Nachfolger bezeichnen. Die Wettbewerbshüter pochen auf einen harten Schnitt. Die Marke Alitalia wurde im ersten Anlauf an niemanden verkauft. Die Markenrechte und die Homepage wurden am Donnerstagabend an Ita verkauft. Diese wird nahtlos als Alitalia weiterfliegen. Das betrifft den gesamten Markenauftritt inklusive Livery und Uniformen. Der Insolvenzverwalter habe das Angebot über 90 Millionen Euro angenommen, so dass es wegen der gescheiterten Auktion zu einem freihändigen Verkauf gekommen ist.

Die Vorgehensweise der Italiener wirkt nicht nur auf den ersten Blick als abgekartetes Spiel, denn eine Pseudo-Auktion, an der wegen völlig überzogenem Mindestgebot niemand teilnimmt und ein anschließender freihändiger Verkauf weit unter dem öffentlichen Mindestgebot, wirken nicht gerade transparent. Die Folge daraus ist aber – zumindest vorläufig: Ita hebt als Alitalia ab. Nur wenige Flugzeuge tragen eine Special-Livery “Born in 2021”. Der Rest fliegt genau so weiter wie am Donnerstag. Pikant: Im Ita-Webcheckin wird bereits der Hinweis “operated by Alitalia” angezeigt. Gemeint ist natürlich Ita, die ein Rebranding auf Alitalia durchführt.

Damit setzt sich die lange Geschichte hinsichtlich Aufsetzen auf neue Firmen fort. Der von der EU-Kommission geforderte “harte Schnitt” wird durch die Transaktion, die am gestrigen Abend durchgeführt wurde, durchaus ad-absurdum geführt. Allerdings gibt es auch Einschränkungen: Nicht alle Codeshare-Abkommen kann Ita aka “neue Alitalia” nahtlos übernehmen.

Da die Gewerkschaften Widerstand angekündigt haben, ist in den nächsten Tagen mit einigen Unregelmäßigkeiten zu rechnen. Hintergrund des Streits ist, dass es nur für einen kleinen Bruchteil der Alitalia-Belegschaft neue Jobs bei Ita geben soll. Weiters weigert man sich Tarifverträge zu unterschreiben. Dem Vernehmen nach liegen die neuen Löhne deutlich unter jenen, die bislang bei Alitalia bezahlt wurden.

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