Die neue USA-Offensive am Flughafen Berlin-Brandenburg

Neben New York und Los Angeles soll Washington im zweiten Anlauf 2023 ab dem BER aufgenommen werden. Auch Delta plant die Rückkehr nach Berlin.

Der Wunsch nach einem Ausbau der Langstreckenverbindungen scheint in Berlin so langsam wieder an Fahrt aufzunehmen. Bereits wenige Wochen nach der überraschenden Ankündigung des neuen norwegischen Langstrecken Low-Cost-Carrier Norse gleich zwei neue US-Ziele ab Berlin anzufliegen, stellt United mit dem Ziel Washington ab 2023 einen vierten Zielflughafen in den USA ab Berlin in Aussicht.

So werden mit dem Markteintritt von Norse ab kommenden Monat die 787-Dreamliner ab Berlin den Kennedy Airport (JFK) anfliegen. Ein bis dato neuer Zielflughafen ab dem BER, wodurch im Großraum-New York zwei Airports: John F. Kennedy/ JFK (Norse) sowie Newark (United) im Flugplan stehen werden. Auch werden die mit zwei Klassen bestuhlten Dreamliner einen mehrmals pro Woche angebotenen Non-Stop Flug an die Westküste der USA mit Kurs auf Los Angeles/LAX aufnehmen.

Nun, wenige Wochen später stellt auch United eine bereits für den Sommer 2022 angedachte Erweiterung des BER-Flugplanes in Aussicht. So soll nach derzeitigem Stand ab Ende Mai 2023, eine Boeing 767-400 täglich als Flug „UA235“ in 9 Stunden 20 Minuten direkt von Berlin nach Washington D.C / IAD abheben. Die 767-Jets der United sollen dabei mit der unter amerikanischen FQTV beliebten Polaris-Business-Class ausgestattet sein.

Ein „Berlin-Rückkehrer“ könnte dabei das SkyTeam Mitglied Delta Airlines werden, welche ebenfalls ab Ende Mai 2023 eine Non-Stop Verbindung vom BER nach New York JFK zur Buchung freigeschalten hat und dabei zur direkten Konkurrenz der 787-Dreamlinern von Norse werden könnte. Auch Delta hatte seine New York Flüge bereits zur Rückkehr für diesen Sommer angekündigt, die Pläne aber weiter verschoben. Zuletzt wurden die Flüge mit Ziel „JFK“ vor der Corona Pandemie ab Berlin-Tegel angeboten, ebenfalls mit Boeing 767 Jets. Ab dem Ende Oktober 2020 eröffneten Flughafen BER wäre Delta also nun eine Premiere. Der derzeit auf einer Boeing 767-300 geplante Flug soll dabei täglich mit einer geplanten Flugzeit von 9 Stunden als „DL093“ vom Terminal 1 des BER an die US-Ostküste zum Terminal 4 des Flughafens New York JFK führen. Mit an Bord ist auch bei Delta die Premium Kabine, die den Namen „Delta One“ trägt.

Screenshot United AirlinesScreenshot DeltaNorse-Plakat am BER (Foto: Steffen Lorenz).United-Plakat am BER (Foto: Steffen Lorenz).

Wie es um eine Rückkehr der anderen zwei Airlines steht, welche vor Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020, damals noch ab Berlin-Tegel auf der Langstrecke unterwegs waren ist dabei weiter unklar. So startete im Sommerflugplan 2017 erstmals die Air Canada Tochter „Air Canada Rouge“ ebenfalls mit der Boeing 767 mehrmals pro Woche von Berlin aus in Richtung Toronto. Die Flüge, welche auch für das Jahr 2020 und damit die dritte Saison angekündigt waren, entfielen im Zuge der weltweiten Pandemie und liegen seitdem auf Eis. Mit einem noch größeren Fragezeichen versehen und ebenfalls für unbestimmte Zeit ausgesetzte ist dabei die Verbindung von Berlin nach Peking. Mehr als 10 Jahre waren die Airbus A330-Jets der chinesischen Airline „Hainan Airlines“ zwischen Berlin-Tegel und Peking unterwegs. In den vergangenen 1,5 Jahren geriet die Airline zusätzlich zur Pandemie, wie die gesamte HNA Gruppe, in eine schwere finanzielle Schräglage. Auch wenn Hainan erst kürzlich eine neue Strecke von Peking nach Belgrad verkündet und aufgenommen hat, stehen über einer Rückkehr nach Berlin und an den BER weiterhin große Fragezeichen. 

Neben den Flügen in die USA bedienen außerdem das Oneworld Mitglied Qatar Airways das Drehkreuz Doha, sowie die Low-Cost-Tochter der Singapore Airlines, Scoot den Heimatflughafen Singapur Non-Stop ab Berlin. Beide Airlines setzen dabei auf Modelle des Boeing 787-Dreamliners. Während Scoot derzeit vier Flüge pro Woche anbietet, stockt Qatar Airways ab kommendem Monat seine Flüge ab Berlin weiter auf. Bis zu 2x täglich werden zukünftig die Dreamliner in rund fünf Stunden in die Hauptstadt am Persischen Golf fliegen.

Eine weitere Airline vom Persischen Golf welche im Zuge der ILA in Berlin erneut mit Nachdruck verlauten ließ, wie gerne sie Berlin ansteuern würde, ist dabei Emirates. Durch das vorhandene Luftfahrtabkommen zwischen Deutschland und den Emiraten wird dies aber auch in absehbarer Zukunft lediglich ein Wunsch bleiben.

Dies ist dabei doppelt Schade, denn neben dem fehlenden Ziel Dubai im ganzjährigen Flugplan wurde doch am BER extra ein A380-Gate gebaut, welches diesen Maschinentyp planmäßig wohl leider nie (regelmäßig) zu Gesicht bekommen wird.

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