Rauchstopp – darum sollten Sie jetzt mit dem Qualmen aufhören

Der Weltnichtrauchertag wurde am 31. Mai 1987 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Seitdem wird dieser Tag jedes Jahr weltweit genutzt, um verstärkt auf die Gefahren des Zigarettenkonsums hinzuweisen.

In Deutschland werden sämtliche Aktivitäten vom Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) und der Stiftung Deutsche Krebshilfe koordiniert. Sie haben den Weltnichtrauchertag in diesem Jahr unter das Motto „Save (y)our Future“ gestellt. Damit soll die Öffentlichkeit auch für die negativen Umweltauswirkungen des Tabakkonsums sensibilisiert werden – vom hohen Energie- und Wasserverbrauch beim Anbau des Tabaks bis hin zum anfallenden Abfall durch weggeworfene Zigarettenkippen.

Angst vor Entzugserscheinungen

Mit einem rauchfreien Leben schützt man also nicht nur sich selbst, sondern auch die Umwelt. Doch Fakt ist: In Deutschland sind noch immer rund 4,4 Millionen der 18- bis 64-Jährigen abhängig von Tabak und Nikotin. Viele von ihnen wollen aufhören, haben aber Angst vor den Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Unruhe, gestörter Schlaf oder Gewichtszunahme. Trotzdem lohnt sich ein Rauchstopp zu jeder Zeit. Immerhin gehen sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten auf Tabakkonsum zurück.

[mehr_zum_thema title=”Mehr zum Thema”]

So ist Rauchen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit für über zwei Drittel aller durch Lungenkrebs bedingten Todesfälle verantwortlich. Doch nicht nur Krebs bedroht die Gesundheit eines Rauchers: der Qualm begünstigt auch viele Atemwegserkrankungen wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma. Gleichzeitig erhöht er die Gefahr, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Viele Wege führen zum Ziel

Selbst wenn ein Versuch mit einem Rückfall endet, ist das Wichtigste, das Ziel, Nichtraucher zu werden, weiter zu verfolgen. Studien zufolge brauchen die meisten Raucher drei bis acht Anläufe, um rauchfrei zu werden. Um vom Qualmen loszukommen, gibt es verschiedene Methoden. Die drei wichtigsten im Überblick:
Nikotinersatztherapie: Hierbei wird Nikotin über ein Kaugummi oder Pflaster an den Körper abgegeben. Dadurch werden die Entzugssymptome gelindert. Frei erhältlich sind solche Produkte in jeder Apotheke. Helfen können unter Umständen auch verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Bupropion und Vareniclin. Fragen Sie Ihren Arzt danach.
Schlusspunkt-Methode: Bei dieser Methode geht es um einen abrupten Nikotinverzicht zu einem festgesetzten Tag.
Raucherentwöhnungskurse: In einer Gruppe wird das eigene Rauchverhalten analysiert und modifiziert. Die Teilnehmer erlernen und erarbeiten alternative Verhaltensweisen zum Rauchen und zum Stressabbau. Tipp: Gesetzliche und private Krankenkassen unterstützen ihre Mitglieder bei der Rauchentwöhnung, indem sie zum Beispiel die Kosten für solche Kurse übernehmen. Angeboten werden auch Online-Coachings. Medikamente und Hilfsmittel werden dagegen im Allgemeinen nicht erstattet.

Ob auch E-Zigaretten, die weniger Schadstoffe als Tabak enthalten, den Weg zum Nichtraucher ebnen können, ist sehr umstritten. Dazu fehlen noch entsprechende Wirksamkeitsnachweise. Einzelne Studien nähren zudem den Verdacht, dass E-Zigaretten bei weitem nicht so harmlos sind wie viele denken. Für eine Entwöhnungsbehandlung werden sie von Experten daher nicht empfohlen.

Der Körper erholt sich schnell

Nach einem erfolgreichen Rauch-Stopp erholt sich der Körper schnell. Schon am ersten Tag sinkt der Blutdruck und der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut geht auf ein normales Niveau zurück. Nach ein bis neun Monaten gehen Hustenanfälle, Verstopfung der Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit zurück. Die Lunge wird allmählich gereinigt, indem Schleim abgebaut wird. Die Infektionsgefahr verringert sich.

Zehn Jahre nach der letzten Zigarette sinkt das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, etwa um die Hälfte. Und nach 15 Jahren ist das Risiko einer koronaren Herzkrankheit nicht mehr höher als bei einem Nichtraucher. Auch finanziell lohnt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören. Für seine Sucht zahlt ein durchschnittlicher Raucher immerhin über 2.000 Euro im Jahr.

Weiter Infos zum Thema finden Sie unter folgenden Links:

rauch-frei.info
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Sucht- und Drogenbeauftragter der Bundesregierung
Rauchfrei-Programm

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.deshalb-versichern.de