Smarter Fahrradhelm: Für welche Fahrer lohnt sich ein Helm mit Bluetooth?

Smarte Helme sollen auf dem Fahrrad vor allem für mehr Sicherheit sorgen, können aber noch mehr. Wir erklären, wie das funktioniert, und zeigen verschiedene Modelle.Smart-Helme schützen auf dem Fahrrad nicht nur den Kopf wie herkömmliche Helme, sondern bieten unter anderem dank Bluetooth und Smartphone-Verbindung zahlreiche Funktionen zum Verbessern der Fahrt.Im Falle eines Sturzes Notfallkontakte informieren, Blinker und Rücklicht nutzen, um Unfälle zu vermeiden, und den Helm über eine Fernbedienung am Lenker oder per Sprachbefehl bedienen sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass smarte Fahrradhelme vor allem eins sollen: für mehr Sicherheit sorgen. Sie können aber je nach Konzept weit mehr. Mit manchen Helmen können Fahrer auch Musik hören und direkt mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren.Wir stellen Modelle von Herstellern wie Livall, Lumos, Uvex und Co. mit verschiedenen Funktionen vor und erklären, wann sich ein smarter Fahrradhelm lohnt.Unser Preis-Leistungs-Tipp: Smarter Fahrradhelm von LivallDer smarte Fahrradhelm Evo21 von Livall ist im Vergleich mit normalen Helmen dank Rück- und Frontlicht von allen Seiten sehr gut sichtbar. Auch mit einem Bremswarnlicht und Blinkern ist er ausgestattet, was zusätzlich für Sicherheit sorgt. Die Steuerung erfolgt via Fernbedienung oder mit der kostenlosen App für Android und iOS.Im Falle eines Unfalls sendet die patentierte Sturzerkennung und SOS-Technologie des Herstellers Livall eine Benachrichtigung inklusive genauer GPS-Position an den hinterlegten Notfallkontakt. Auch die weitere Ausstattung des Helms gefällt: Bluetooth, Wasserschutz der Klasse IPX5, zehn Stunden Akkulaufzeit und der Auto-Stand-by sind dabei. In nur zwei Stunden ist der Akku wieder aufgeladen. Für die Wiedergabe von Musik, Sprachnavigation und Anrufe muss man jedoch zu einem teureren Modell des Herstellers greifen, beispielsweise zum Livall BH62 Neo.Gut zu wissen: Der Helm Evo21 wurde mit dem iF Design Gold Award 2021 prämiert. Gelobt wurde mit der Auszeichnung vor allem die gelungene Kombination aus Funktionalität und Ästhetik beim smarten Fahrradhelm von Livall.Smarter Helm mit MIPS: Fahrradhelm von LumosDer smarte Fahrradhelm Ultra MIPS von Lumos ist mithilfe von Crowdfundig entstanden und hat entsprechend viele Fans. Wie das Modell von Livall verfügt er über LED-Beleuchtung vorn und hinten. Das Rücklicht blinkt beim Bremsen automatisch und sorgt so für höhere Sicherheit durch bessere Sichtbarkeit.Gut zu wissen: MIPS steht für “Multidirectional Impact Protection System”, also ein System zum Schutz vor Stößen aus verschiedenen Richtungen. Es handelt sich um eine Kunststoffschale an der Innenseite des Helms, die Rotationskräfte bei einem Aufprall durch unabhängige Bewegung abfangen soll.Die Blinker zum Abbiegen können per Fernbedienung am Lenker gesteuert werden – oder in Kombination mit einer Apple Watch auch durch Handgesten. Die Blinkmodi können zudem über die App angepasst werden. Dort lassen sich auch die Akkulaufzeit verwalten und Fahrten überprüfen.Der Akku des smarten Fahrradhelms von Lumos hält maximal zehn Stunden durch, die Ladezeit liegt bei etwa drei Stunden. Der Helm ist wasserdicht nach IPX6, verfügt über Bluetooth und ist kompatibel mit Apple Health und Strava. Notfallkontakte informieren, Musik hören oder telefonieren ist mit dem Lumos Ultra allerdings nicht möglich.Für Musik und Telefonie auf dem Rad: Smarter Fahrradhelm von SenaDer smarte Fahrradhelm R1 Evo von Sena kann im Gegensatz zu den Modellen von Livall und Lumos auch für Telefonate verwendet werden und Musik abspielen, etwa über das integrierte FM-Radio. Dafür ist ein Audiokommunikationssystem inklusive Lautsprecher und Noise Cancelling integriert. Die Geräuschunterdrückung soll für gute Gesprächsqualität sorgen, ohne dabei den Verkehr komplett auszublenden.Via Mesh 2.0 Intercom können Radfahrer, die Open Mesh nutzen, untereinander kommunizieren. Der smarte Helm lässt sich leicht steuern: One-Touch-Bedienung, Sprachbefehle oder die Bedienung über das per Bluetooth gekoppelte Smartphone machen es möglich. Über die App können Einstellungen personalisiert werden.Auch dieser Fahrradhelm hat ein integriertes Rücklicht. Auf Funktionen wie Blinker sowie die Benachrichtigung von Notfallkontakten bei einem Unfall oder Sturz muss beim R1 Evo von Sena jedoch verzichtet werden. Dafür überzeugen die lange Akkulaufzeit von zwölf bis 18 Stunden und die 20-Minuten-Schnellladefunktion. Voll aufgeladen ist der Akku nach drei Stunden.Der Sportliche mit SOS-Funktion: Smarter Fahrradhelm von AbusAbus ist als Marke vor allem für Fahrradsicherheit und Schlösser bekannt. Auch der smarte Helm Aventor Quin des Herstellers soll vor allem für mehr Sicherheit sorgen. Das sportliche Modell schützt den Kopf wie ein normaler Helm schon durch seine gute Verarbeitung und guten Halt. Er bietet außerdem eine verstärkte Struktur.Vor allem aber zeichnet ihn die sogenannte Quin-Technologie aus. Ein Bluetooth-Chip mit Beschleunigungssensor erkennt Stürze und sendet via App eine Nachricht an das Smartphone der angegebenen Notfallkontakte. Bei der App haben Sie die Wahl zwischen einer kostenlosen Version und zwei Abo-Varianten mit umfangreicheren Funktionen. Außerdem verfügt der Chip über Live-GPS zum Ermitteln des Standorts.Schade ist allerdings, dass der smarte Fahrradhelm im Gegensatz zu den anderen Modellen über keinerlei Beleuchtung verfügt. Auch auf weitere Funktionen wird verzichtet: Musik hören, steuern per Sprachbefehl und Blinker oder Rücklicht fehlen entsprechend. Dafür ist der aufs Wesentliche konzentrierte Helm von Abus mit nur 300 Gramm extrem leicht und vor allem für sportliche Fahrer zu empfehlen.Der Einfache mit intelligenter Beleuchtung: Smarter Fahrradhelm von UvexDer Helm der beliebten Marke Uvex unterscheidet sich kaum von einem herkömmlichen Fahrradhelm. Seine smarten Funktionen beschränken sich auf die sensorgesteuerte Lichtautomatik: Je nach Umgebungslicht werden 40 LED-Spots, die in den Helm integriert sind, selbstständig eingeschaltet. Dadurch wird der Fahrer automatisch besser sichtbar, was für höhere Sichtbarkeit sorgt. Die Akkulaufzeit beträgt zwischen sechs und zwölf Stunden, aufgeladen wird via USB-Kabel. Den Ladestand zeigt eine weitere LED-Lampe an. Der smarte Fahrradhelm von Uvex ist außerdem wasserdicht. Auf weitere Funktionen müssen Sie bei diesem Modell jedoch erzichten. Dafür ähnelt es auch optisch am ehesten einem typischen Fahrradhelm mit hohem Tragekomfort.Unser Fazit: Ein smarter Fahrradhelmen kann sich lohnenUnd zwar vor allem, wenn man mehr als reinen Kopfschutz möchte. Sichere Beleuchtung, das Informieren von Notfallkontakten bei Stürzen oder auch Musikhören und Telefonate sind dank Bluetooth und Smartphone-Anbindung möglich. Je nach Funktionsumfang unterscheiden sich die Preise zum Teil sehr deutlich, sodass Sie vorher überlegen sollten, worauf Sie bei Ihrem smarten Fahrradhelm wert legen.Unsere Favoriten sind mit dem Evo21 von Livall und dem Lumos Ultra MIPS zwei ähnlich gut ausgestattete Modelle mit einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Beide Modelle erhöhen vor allem die Sicherheit beim Fahren. Wer auf dem Fahrrad auch Musik hören oder via Bluetooth und Smartphone telefonieren möchte, greift am besten zum teureren Sena Smart-Helm R1 Evo.Wissenswertes über smarte FahrradhelmeWas unterscheidet smarte von traditionellen Fahrradhelmen?Sowohl klassische als auch smarte Fahrradhelme schützen den Kopf des Fahrers bei Unfällen und Stürzen vor schweren Verletzungen. Dazu entsprechen die Helme der DIN-Norm EN 1078. Was jedoch die Smart-Helme von anderen unterscheidet sind die zusätzliche Funktionen, die vor allem die Sicherheit auf dem Fahrrad erhöhen sollen.Nicht jeder smarte Fahrradhelm bringt denselben Funktionsumfang mit. Zu den häufigsten Features gehört eine umfangreiche Beleuchtung, oftmals mit Blinker und Bremslicht. Auch eine SOS-Funktion, die Notfallkontakte bei einem Sturz informiert, ist nicht selten. Teurere Modelle ermöglichen auch die Wiedergabe von Musik oder das Telefonieren beim Fahren.Sie Steuerung erfolgt fast immer entweder per Fernbedienung am Lenker des Fahrrads oder via App. Für Konnektivität sorgt dabei eigentlich immer Bluetooth, über das die Helme mit dem Smartphone gekoppelt werden. Dann können oftmals detailliertere Einstellungen vorgenommen und beispielsweise Blinkmodi festgelegt werden.Worauf sollte bei der Wahl eines smarten Fahrradhelms geachtet werden?Wie bei jedem Helm sollten Fahrradfahrer auf eine gute Verarbeitung achten und die richtige Größe wählen. Wichtig sind eine einfache Handhabung von Gurten und Verschlüssen: Der richtige Sitz ist bei allen Helmen entscheidend für sicheren Halt und effektiven Kopfschutz bei Stürzen. Ein geringes Gewicht, Belüftungsöffnungen mit Insektenschutz und ein Visier erhöhen den Fahrkomfort. Bei einem smarten Fahrradhelm sollten Sie zusätzlich auf folgende Kriterien achten:Smarte Funktionen: Bei einem Fahrradhelm geht es vor allem um Sicherheit, daher sind Rücklicht, Blinker und Bremslicht sinnvoll. Die Beleuchtung erleichtert es anderen Verkehrsteilnehmern, Sie wahrzunehmen und etwa Abbiegeabsichten zu erkennen. Auch eine Funktion zur Benachrichtigung von Notfallkontakten kann bei einem Unfall sehr nützlich sein. Je nach Wunsch kann auch ein Helm mit der Möglichkeit zum Abspielen von Musik und Telefonieren gewählt werden.Handhabung: In der Regel lassen sich die Funktionen am Helm direkt oder per Fernbedienung am Lenker des Fahrrads steuern. Zusätzlich kommen smarte Fahrradhelme mit Apps, über die weitere Einstellungen vorgenommen werden. Bluetooth sorgt dabei für Konnektivität zwischen Helm und Smartphone. Darüber ist gerade bei teureren Modellen zum Teil auch die Bedienung per Sprachbefehl möglich.Akku: Die Akkulaufzeiten smarter Fahrradhelme bewegen sich um zehn Stunden. Das ist im Alltag und für Tagestouren durchaus ausreichend. Das Aufladen geht relativ zügig und erfolgt üblicherweise über USB. Manche Modelle bieten eine Option zum Schnellladen.Preis: Die Preise für smarte Fahrradhelme unterscheiden sich je nach Ausstattung und Funktionsumfang zum Teil sehr deutlich. Auch deshalb ist es wichtig, sich zunächst zu überlegen, worauf Sie bei einem Helm wert legen.Kann man einen smarten Fahrradhelm nach einem Sturz weiterhin nutzen?Nein. Zumindest nicht ohne Weiteres. Nach einem Unfall mit dem Fahrrad sollte der Helm grundsätzlich ausgetauscht oder mindestens überprüft werden, egal ob smart oder nicht. Und zwar auch dann, wenn von außen keine Beschädigung erkennbar ist: Innere strukturelle Schäden sind äußerlich nicht zu sehen. Eine Überprüfung ist deshalb zwingend notwendig. Nach einem Unfall kann der Schutz des Kopfes sonst nicht mehr garantiert werden. Ist der Fahrradhelm beschädigt, muss er in ausgetauscht werden….

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.t-online.de

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