So beugen Sie der gefährlichen Zuckerkrankheit vor

In Deutschland leben rund acht Millionen Menschen mit Diabetes. Pro Tag kommen etwa 1.600 Neuerkrankungen hinzu. Bei gleichbleibender Entwicklung rechnet die Deutsche Diabetes-Hilfe damit, dass hierzulande bis zum Jahr 2040 bis zu 12 Millionen Menschen an Diabetes leiden werden.

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Die Erkrankung entsteht meist schleichend und kann über Jahre völlig symptomlos bleiben. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung über Risiken und Präventionmöglichkeiten zu informieren. Dieses Ziel verfolgt seit 1991 – also seit nunmehr 30 Jahren – der Welt-Diabetestag, der jährlich am 14. November stattfindet, dem Geburtstag des kanadischen Mediziners Frederick G. Banting, der 1921 das lebenswichtige Hormon Insulin entdeckte.

Der deutsche Diabetestag, der von der gemeinnützigen Organisation „diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe“ ausgerichtet wird, findet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr auf der digitalen Plattform www.weltdiabetestag.de statt. Das Programm ist bereits im Internet verfügbar.

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die mit zu hohen Blutzuckerwerten einhergeht. Es ist wichtig, die Krankheit rechtzeitig zu behandeln, um Schäden an Organen wie Herz, Augen und Nieren zu vermeiden. Die Gefahr sollte dabei niemand unterschätzen, denn Diabetes verursacht jährlich mehr Todesfälle als Brustkrebs und AIDS zusammen. Die beiden wichtigsten Formen sind der Typ-1- und der Typ-2-Diabetes. Bei 95 Prozent der Betroffenen liegt ein Typ-2-Diabetes vor.

Diabetes Typ 1 tritt vor allem im Kindes- und Jugendalter auf und ist eine Autoimmunerkrankung. Das eigene Immunsystem greift die körpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört die insulinproduzierenden Zellen. So entsteht ein „absoluter Insulinmangel“. Die Betroffenen müssen ein Leben lang die Zuckerwerte kontrollieren, besonders auf ihre Ernährung achten und regelmäßig Insulin spritzen.

Diabetes Typ 2 tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf. Hierbei besteht ein „relativer Insulinmangel“. Die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, aber die Körperzellen verlieren ihre Empfindlichkeit für das Hormon oder die Insulin-Ausschüttung ist gestört. So gelangt immer weniger Zucker in die Körperzellen. Auch wenn man hier von Altersdiabetes spricht, zeigt doch die Statistik, dass Menschen mit Typ 2 Diabetes immer jünger werden. Experten schätzen, dass allein in Deutschland 5.000 Kinder und Jugendliche vom „Alterszucker“ betroffen sind.

Ursachen eines Typ-2-Diabetes können eine erbliche Veranlagung, aber auch ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung sein. Risikofaktoren sind außerdem erhöhte Blutfettwerte sowie Bluthochdruck.

Wie lässt sich das Diabetes-Risiko senken?

Während sich Diabetes Typ 1 – bei dem ein absoluter Insulinmangel besteht – nicht verhindern lässt, sieht das bei Diabetes Typ 2 ganz anders aus: Mit einer gesunden Lebensweise kann jeder die Erkrankung hinauszögern oder sogar vollkommen verhindern.

Wichtig ist hierbei aus Sicht der Deutschen Diabetes-Hilfe vor allem eine bewusste, ausgewogene Ernährung. Anstatt zu zuckerhaltigen Softgetränken wie Cola, Energydrinks oder Säften zu greifen, sollten Wasser und selbstgemischte Fruchtschorlen auf dem Speiseplan stehen. Und Pizza, Burger oder Chips sollten durch frische Gerichte, Gemüsesticks und Obst ersetzt werden. Als Vorbild für eine gesunde Ernährung kann die traditionelle Küche der Mittelmeerländer dienen – mit viel Gemüse und ausgewählten Getreideprodukten, hochwertigem pflanzlichem Öl, wenig Fleisch, häufiger Fisch und einer Vielfalt von Früchten.

Neben einer gesunden Ernährung hilft auch mehr Bewegung im Alltag ganz entscheidend dabei, einer Diabetes-Erkrankung vorzubeugen. Selbst der Beginn einer Tabletten- oder Insulintherapie kann dadurch oft verzögert werden. Denn Bewegung bekämpft nicht nur Übergewicht, sondern verbessert auch die Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin, sodass mehr Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird und der Blutzuckerspiegel sinkt. Geeignete Sportarten, um langsam wieder neuen Schwung ins Leben zu bringen, sind zum Beispiel Nordic-Walking, Wandern, Schwimmen, Tanzen oder Radfahren.

So helfen die Krankenkassen

Tipp: Immer mehr gesetzliche und private Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten darin, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. Manche Anbieter legen auch spezielle Bonus­programme für ihre Mitglieder auf, mit denen sie gesundes Verhalten belohnen. Für bereits an Diabetes Erkrankte gibt es auch Diabetes Management-Programme. Im Internet finden Interessiert darüber hinaus auch Apps wie mySugr, die ihnen dabei helfen, ihre Blutzuckerwerte im Auge zu behalten….

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.deshalb-versichern.de